Als wir davon erfahren haben, dass es noch freie Plätze für die Floßfahrt im Rahmen von „Voll die Ruhr“ gab, mussten wir nicht lange überlegen. Kurzerhand meldeten wir uns an, um den Kindern und Jugendlichen in unserem Verein eine besondere Aktion auf dem Wasser zu ermöglichen. Dass wir am Ende sogar den ersten Platz belegen würden, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.
Schnell war auch ein passendes Motto gefunden: Unter dem Titel „Neptuns Reich“ wollten wir die Zuschauerinnen und Zuschauer in die sonst nur für uns Taucher sichtbare Unterwasserwelt entführen. Unser Floß diente dabei als ein geheimnisvolles, versunkenes Wrack, das überwachsen von Algen und Korallen das Zuhause von zahlreichen Meeresbewohnern sein sollte. Und wie es die Legenden erzählen, gab es in den Tiefen des Wracks sogar einen versunkenen Schatz, der nur darauf wartete, entdeckt zu werden.
Passend zum Motto durften natürlich auch Neptun und Arielle auf unserem Floß nicht fehlen.
Sägen, Schrauben, Streichen – Unser Floß nimmt Gestalt an
Da wir in diesem Jahr zum ersten Mal an der Floßfahrt teilnahmen, gab es zunächst noch viele offene Fragen, die aber so gut wie alle beim Vortreffen, das etwas drei Wochen vor dem Floßbautag stattfand, beantwortet werden konnten.
Der Floßbautag fand eine Woche vor der eigentlichen Floßfahrt statt und bereitete uns von Anfang an viel Freude. Aus den Vorjahren standen noch sieben Floßgrundgerüste zur Verfügung, die per Losverfahren unter den teilnehmenden Teams verteilt wurden. Dabei hatten wir großes Glück und zogen eines der bereits zusammengebauten Flöße. Das ersparte uns zwar den kompletten Neuaufbau, brachte jedoch auch einige Herausforderungen mit sich. Insbesondere das Befestigen der Speißfässer gestaltete sich schwieriger als erwartet, da mehrere Spanngurte beschädigt waren und ausgetauscht werden mussten. Da das Floß bereits verschraubt war, erwies sich dies als gar nicht so einfach. Mit etwas Übung, viel Teamarbeit und einer guten Portion Körpereinsatz gelang es uns schließlich aber doch, das Floß schwimmbereit zu machen.
Gleichzeitig stellte sich schnell heraus, dass das vorhandene Grundgerüst hervorragend zu unserem Motto passte. Durch das Anbringen zusätzlicher Holzbalken schufen wir zahlreiche Möglichkeiten, weitere Dekorationselemente zu befestigen. Nach und nach nahm „Neptuns Reich“ Gestalt an: Netze und Seile wurden angebracht und spätestens nachdem die erste Farbschicht aufgetragen war, war das ursprüngliche Floß kaum noch wiederzuerkennen.
Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Die Organisatoren vom Stadtjugendring sowie vom Amt für Kinder, Jugend, Schule & Integration versorgten alle Teams großzügig mit Pizza, Obst und Getränken.
In den darauffolgenden Tagen wurde weiter gebastelt, gebaut und dekoriert. Künstliche Korallen aus Bauschaum, Kunstpflanzen als Algen sowie zahlreiche weitere Details verwandelten das Floß nach und nach in eine farbenfrohe und lebendige Unterwasserlandschaft.
Als das THW unser Floß am Freitag vor der Floßfahrt schließlich ins Wasser krante, war die Erleichterung groß: Unser „Neptuns Reich“ bestand seine erste Bewährungsprobe und schwamm tatsächlich. Nun stand der Jungfernfahrt am nächsten Morgen nichts mehr im Wege.
Leinen los! Unsere erste Floßfahrt auf der Ruhr
Eine Woche später war es dann endlich soweit. Am Samstagmorgen wurden am Campingplatz „Dicken am Damm“ die letzten Arbeiten erledigt. Der Teppich wurde festgeschraubt, die Seifenblasenmaschine aufgebaut und die Schatztruhe an ihrem Platz aufgestellt. Nachdem alle Schwimmwesten verteilt und die Paddel montiert waren, konnte die Fahrt beginnen. Die Stimmung bei allen Teams war hervorragend.
Pünktlich um 11 Uhr fiel der Startschuss und gemeinsam mit den anderen zwölf Floßteams machten wir uns auf den Weg in Richtung Schleuseninsel. Bei sommerlichen Temperaturen von rund 30 Grad durfte die eine oder andere Wasserschlacht natürlich nicht fehlen. Auch eine gelegentliche Abkühlung in der Ruhr sorgte unterwegs für zusätzliche Erfrischung.
Für die Strecke von „Dicken am Damm“ bis zur Schleuseninsel benötigten wir etwa zwei bis zweieinhalb Stunden.
Nach der Ankunft wurde zunächst ein Teil der Dekoration abgebaut und verstaut. Anschließend blieb noch genügend Zeit, die zahlreichen bunten Stände und Mitmachaktionen von „Voll die Ruhr“ rund um die Schleuseninsel zu erkunden.
Spannung bis zum Schluss
Um 16 Uhr wurde es dann noch einmal spannend: Die Siegerehrung stand an. Zwar hatten wir die Hoffnung, mit unserem Floß einen Platz auf dem Treppchen zu erreichen, doch auch die anderen Teams hatten ihre Flöße mit viel Kreativität und Liebe zum Detail gestaltet. Bis zuletzt blieb es daher spannend.
Umso größer war die Freude, als schließlich unser Name als Sieger aufgerufen wurde: Mit „Neptuns Reich“ belegte der TSC Mülheim den 1. Platz bei der Floßfahrt von „Voll die Ruhr“. Die Begeisterung war riesig und wir freuten uns sehr darüber, dass sich die vielen Stunden des Bauens, Bastelns und Dekorierens ausgezahlt hatten.
Der Sieg brachte natürlich sofort neue Ideen mit sich. Vielleicht sind wir im nächsten Jahr sogar mit zwei Flößen am Start.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die beim Planen, Bauen, Basteln, Transportieren und Organisieren mitgeholfen haben. Ohne euch wäre dieses tolle Erlebnis nicht möglich gewesen.












































